Mit dem Wohnmobil durch Nordfrankreich 2025
Der erste Urlaub in diesem Jahr steht an und wir wollen ein Nachbarland besuchen, in dem wir erstaunlicherweise bisher noch nicht waren. Es geht nach Frankreich! Es soll ein klassischer Roadtrip werden, ohne großartige Vorbereitungen, wir haben uns Gedanken über die grobe Route gemacht und uns vorsorglich eine Umweltplakette für das Wohnmobil bestellt, ohne zu wissen ob wir sie wirklich benötigen. Bei der Plakette sollte man unbedingt beachten sie auf der französischem Homepage zu bestellen, wir haben inklusive Versand etwa 4€ bezahlt, es gibt auch noch viele weitere "Anbieter" die deutlich teurer sind.
Sehr zu empfehlen ist auch noch die App Camping Car Park, dort hat man eine Auswahl sämtlicher Stellplätze über das Land verteilt, die meisten sind einfach ausgestattet, dafür kosten sie meist auch nicht viel. Wir haben die App für einige Plätze genutzt und waren sehr zufrieden.
Tag 1: Zwischenstopp in Holland
Wir starten am Pfingstwochenende und stellen uns schonmal auf viel Verkehr ein. Gegen 11 Uhr starten wir von zuhause und stehen natürlich direkt vor dem Elbtunnel im Stau, egal, ist schließlich Urlaub.
Unser Ziel für heute ist der Camperplaats Raamhoeve in Holland, den haben wir vorsorglich schon vor ein paar Tagen reserviert, da es bedingt durch das lange Wochenende schon recht knapp mit den Plätzen wurde. Das Wetter ist noch sehr durchwachsen und ausbaufähig, Sonne und Regen wechseln sich fleißig ab.
Nach sehr langen 7 Stunden Fahrt kommen wir am Stellplatz an, das Gelände befindet sich auf einem Bauernhof und ist sehr schön und modern angelegt. Es gibt Duschen, Toiletten und eine Ver- und Entsorgungsstation. Wir stellen uns auf den reservierten Platz Nr. 6 und genießen den restlichen Abend, eine Kleinigkeit zu essen haben wir uns vorher noch im Ort organisiert.
Tag 2: Das Meer ruft!
Nach einem entspannten Frühstück geht es für uns gegen 10:30 Uhr weiter über die Autobahn nach Belgien. Die Straßen waren relativ voll, wir sind aber ohne große Staus ganz gut durch gekommen. In Oostende in Belgien verlassen wir die Autobahn, ab jetzt wollen wir nur noch über Landstraßen weiterfahren.
Als nächsten Stopp und erstes Ziel in Frankreich haben wir uns für Calais entschieden, eine kleine Küsten- und Hafenstadt die Frankreich und England durch den Eurotunnel miteinander verbindet. Den Stellplatz haben wir über die Camping Car Park App gefunden und während der Fahrt gebucht, er ist recht zentral gelegen, bis zur schönen Strandpromenade sind es nur etwa 10 Minuten zu Fuß. Das Wetter spielt mittlerweile auch wieder mit, bei 18°C kann man es gut aushalten. Der Strand ist sehr schön und breit mit perfekt weißem Sand, allerdings trübt die gesamte Bebauung das Bild ein wenig.
Eigentlich wollten wir am Abend essen gehen, viele Restaurants hatten aber saisonbedingt noch geschlossen, oder machten erst sehr spät wieder auf, also kauften wir das erste echte original Baguette, ein paar Dips sind von gestern noch übrig geblieben.
Der erste Eindruck Frankreichs hat uns schon überzeugt, ein günstiger Stellplatz, viele freundliche Menschen, das wird ein schöner Urlaub!
Tag 3: Le Treport
Bei bedeckten 16°C geht es für weiter etwa 150km an der Küste entlang nach Le Treport. Wir fahren überwiegend die D940 und sind die meiste Zeit sehr einsam unterwegs, der Verkehr auf den Landstraßen ist zum Glück sehr überschaubar. Das einzig Anstrengende sind die zahlreichen Kreisverkehre und Beruhigungshügel in den kleinen Dörfern.
Wir sind schon gegen 13:30 Uhr am Stellplatz oberhalb von Le Treport angekommen und es sind laut Anzeige nur noch 5 Plätze frei, also nicht lange überlegen, schnell einen Platz sichern! Das einchecken am Automaten ging ohne Probleme und mit 8,50€ für 24 Stunden ist der Stellplatz sehr günstig. Es gibt eine kostenlose Ver- und Entsorgung, keine Duschen und nur eine öffentliche Toilette am Ende des PKW Parkplatzes, die allerdings sehr sauber war. Die Stellplätze sind recht eng, je nach Größe des Mobils, aber irgendwie findet man immer die passende freie Lücke. Der Untergrund ist zum größten Teil Schotter und Keile sind von Vorteil.
Nach wenigen Gehminuten erreicht man die Station der kostenlosen Seilbahn die direkt in die Stadt führt, man kann selbsverständlich auch die Treppe nutzen, wir entscheiden uns aber für eine gemütliche Fahrt. Le Treport ist eine schöne Küstenstadt direkt vor der beeindruckenden Steilküste gelegen, die bunten Strandhäuser sind noch ein optisches Highlight. Wie in solchen Orten üblich, fügen sich auch noch etwas unschöne 70er Jahre Bauten in die Landschaft ein. Wir machen einen kleinen Rundgang und kaufen in der Fischhalle noch etwas essbares für den Abend. Wir müssen uns noch ein wenig an die Öffnungszeiten der Restaurants gewöhnen, da auch hier ab 16 Uhr wieder alle geschlossen hatten.
Tag 4: Honfleur
Pünktlich um 9 Uhr kam am Stellplatz ein Bäckerwagen vorbei und versorgte uns mit frischen Croissants und Apfeltaschen. Frisch gestärkt verlassen wir den Platz und fahren weiter Richtung Süden, als nächster Halt war ursprünglich Étretat mit den Kreidefelsen geplant. Wir hatten uns schon im Vorwege informiert, wie es mit Wohnmobil tauglichen Parkplätzen aussieht und haben nur wenige Möglichkeiten entdecken können. Leider waren alle Plätze schon belegt und da das Wetter auch nicht besonders freundlich war, sind wir weiter gefahren.
So ging es für uns auf direktem Wege nach Honfleur, da wir keinen großen Umweg fahren wollten, sind wir ein kurzes Stückchen auf der A29 über die Seine gefahren, ganze 3,50€ Maut wurden uns abgenommen. Gegen 15:30 erreichen wir Honfleur und auf den ersten Blick herrscht hier ganz schön viel Trubel. Wir wollten den Campingplatz in der Stadt aufsuchen, wurden dort aber schon von einem Schild "Complete" begrüßt. Nach kurzer Recherche soll es am Yachthafen noch einen Stellplatz geben, ein entgegen kommender Wohnmobilfahrer kam von dort und bestätigte uns sogar noch freie Plätze, jetzt aber keine Zeit verlieren 😂
Der Stellplatz ist riesig, liegt ruhig und ein wenig abngelegen vom Zentrum der Stadt. Mit 15€ für 24 Stunden ist er für die Lage auch nicht teuer, Ver- und Entsorgung sind wie so oft kostenlos, Toiletten und Duschen sind auch hier nicht vorhanden. Auf die Preise und Möglichkeiten der Stromversorgung können wir bei allen Plätzen keine Angaben machen, da wir ausschließlich autark gestanden haben. Von der entspannten Dusche auf einem Campingplatz konnten wir uns also schon wieder verabschieden, aber mit frisch gefüllten Wassertank wurde die Wellness Oase im Camper eröffnet.
Honfleur ist eine sehr schöne historische Stadt direkt am Wasser gelegen und dadurch auch ein wichtiges Ziel für Kreuzfahrtschiffe. Heute haben wir es auch endlich mal geschafft ein geöffntetes Restaurant zu finden, wir kommen langsam im Urlaubsrhytmus an 😁
Tag 5: Strandtag
In verschiedenen Bewertungen haben wir gelesen, dass auch hier morgens ein Bäckerwagen vorbei kommt, den haben wir irgendwie verpasst oder er hatte heute frei. Egal, dann gibt es halt Aufbackbrötchen. Die Wettervorhersage ist sehr vielversprechend und voller Vertrauen wollen wir uns einen Tag am Strand gönnen. Wir versuchen halbwegs früh loszukommen, da auf dem ausgewählten Platz ab 12 Uhr Mittagspause ist und wir zwischendurch noch ein wenig shoppen wollen.
Es ist exakt 11:57 und wir stehen in der Rezeption 🙌
Wir sind auf dem Campingplatz Le Point du Jour angekommen, laut Homepage bietet er das volle Programm mit Hallenbad und Spa, leider ist aktuell beides geschlossen, wie sollte es anders sein. Dafür ist der Strand direkt vor der Tür und die Sonne lacht uns mit 26°C an. Also rein in die Flipflops und ab ans Wasser!
Die Stellplätze sind sehr großzügig und durch Hecken abgetrennt, die Waschhäuser sind nicht mehr ganz neu aber sehr sauber und gepflegt, die Toiletten ohne Brillen sind etwas gewöhnungsbedürftig, willkommen in Frankreich! Die Lage ist ein Traum und nach wenigen Schritten stehen wir auf dem riesigen Sandstrand. Für eine Nacht zahlen wir 36€, was für diese Lage auch wieder sehr günstig ist. Am Abend kommt dann auch endlich der Grill zum Einsatz und auch die obligatorischen Sonnenuntergangsfotos dürfen natürlich nicht fehlen...
Tag 6: Auf dem Weg zur Kultur
Ein weiteres Highlight auf unserer Reise soll der Besuch des Mont Saint-Michel werden, auch dort gibt es Camping- und Stellplätze, aber nur wenn man rechtzeitig bucht. Das haben wir leider verpasst und müssen noch einen kleinen Zwischenstopp einlegen. Wir fahren auf die andere Seite der Halbinsel nach Carolles, wieder auf einen Stellplatz den wir mit der Camping Car Park App ausgesucht haben. Carolles besteht im Prinzip nur aus einem Kreisverkehr, dem Stellplatz, einigen Restaurants und einem sehr schönen Strand.
Wir sehen uns ein wenig um und entspannen den Rest des Tages, ist ja schließlich Urlaub! Am Abend gehen wir essen mit Blick auf das Meer im Chalet de Dunes. Wir wurden sehr freundlich empfangen, auf Grund unserer schlimmen Französisch Kentnisse wurde hier zum Glück auch perfekt Englisch gesprochen. Das Essen war spitze und nicht teuer.
Tag 7: Le Mont Saint Michel
Heute ist es also soweit, wir konnten einen Stellplatz am Mont Saint Michel reservieren, von dort sind es etwa 25 Minuten zu Fuß auf die Insel. Von Carolles fahren wir nur etwa 45 Minuten zum Campingplatz und zum Glück ist unsere Parzelle schon frei.
Wir haben uns den Platz Camping du Mont Saint Michel ausgesucht, mit 26€ für eine Nacht direkt an einem touristischen Hotspot ist auch dieser Platz nicht zu teuer. Für den Aufenthalt im Nationalpark zahlen wir noch 11€ für 24 Stunden, man bekommt im Vorwege einen Code per Mail, mit dem man die Schranke zum Reservat öffnen kann, wenn die 24 Stunden überschritten werden, muss man einen weiteren Tag zusätzlich zahlen. Die Luft ist schon ganz schön drückend, es sind zwar "erst" 25°C, aber eine hohe Luftfeuchtigkeit und angekündigte Gewitter, also perfekt für einen kleinen Spaziergang direkt in der Sonne!
Der Campingplatz ist soweit ganz in Ordnung, die Parzellen sind schön groß und durch Hecken abgetrennt, das Sanitärgebäude ist einfach gehalten, sehr groß aber bedingt durch die Massen an Campern auch nur oberflächlich sauber, aber für eine Nacht passt es. Der große Vortreil ist die Lage zur Insel, direkt vor dem Platz ist eine Shuttlebus Station sowie einige Restaurants und ein Souvenirladen. Wir laufen zur Mittagszeit los und es hält sich mit den Menschenmassen noch in Grenzen, die Straße aber auch sehr breit und man kann sich gut aus dem Weg gehen. Auf der Insel sieht das Ganze schon anders aus, in den schmalen Gassen herrscht ganz schönes Geschiebe und Gedränge, zum Glück sind wir noch relativ früh dran. Es lohnt sich trotzdem, die gesamte Kathedrale ist ein imposantes Bauwerk und die kleinen Gassen sorgen für Gemütlichkeit, auch wenn es voll ist, man sollte einmal hier gewesen sein.
Der Versuch etwas essbares zu bekommen scheitert an freien Plätzen, also beschliessen wir die Insel zu verlassen und beim Campingplatz uns eine kleine Stärkung zu holen. Es wurden zwei belegte Baguettes für entspannte 12€, wie haben wir die genossen! Wir hatten ziemliches Glück mit dem Wetter, am Nachmittag fing es heftig an zu regnen und zu gewittern, so dass wir uns schnell ins Wohnmobil zurückgezogen haben. Am Abend waren wir im Restaurant La Salicorne zum Essen, ohne Reservierung hatten wir Glück noch einen Platz zu bekommen, der Service war Top und auch das Essen war sehr gut, preislich war es etwas höher angesiedelt als üblich, für die Lage aber immer noch angemessen.
Zum Sonnenuntergang wollte ich dann noch ganz entspannt ein paar Fotos von der Aussichtsbrücke machen, das hat bedingt ganz gut geklappt, wären da nicht die zwei Reisebus Ladungen mit Japanern gewesen. Es war laut, es war voll und die Brücke war ständig in Bewegung, somit wurden die geplanten Langzeitbelichtungen zur Geduldsprobe, aber es ist wie es ist und jeder hat ein Recht sich diesen magischen Ort anzusehen.
Als kleiner Nachtrag: Auf dem Hinweg war auf der Wiese vor der Kathedrale ein DJ Set aufgebaut, da haben wir uns noch gefragt: wer ist das? Hier ist die Lösung...
Tag 8: Es geht langsam zurück
Jetzt sind wir schon eine Woche unterwegs und wie immer im Urlaub verfliegt die Zeit nur so. Wir trennen uns ab heute von der Küste und fahren ins Landesinnere, auf Grund der noch angenehmen Temperaturen, steuern wir wieder einen Campingplatz mit Pool an, Chat GPT hat uns bei der Auswahl geholfen, wer braucht da noch Reiseführer....
Die Sache mit dem Pool hat einen Haken, auf der Homepage haben wir gelesen dass klassische Badeshorts nicht erlaubt sind sondern nur Badehosen. Drama, ich habe keine! Wie es der Zufall so will müssen wir eh noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen, aber die Idee mit einem Wohnmobil auf einem Samstag einen Parkplatz bei einem großen Supermarkt zu ergattern ist jetzt nicht unbedingt die beste. Aber es hat funktioniert und es gab sogar Badehosen, die mittlere Größe wird schon passen. Die Fahrt war wieder recht entspannt, wir sind über meistens leere Landstraßen gefahren, nur die französischen Überhohlmnöver waren zwischendurch recht abenteuerlich, Geduld ist hier beim Autofahren nicht immer beliebt.
Wir erreichen den Campingplatz Du Lac in Tuffe gegen 14:30 Uhr, der Platz ist ziemlich groß und direkt am See gelegen mit einem recht kleinen Pool und sehr guten und sauberen Sanitäranlagen. Die Anlage wirkt insgesamt sehr gepflegt. Bei bewölkten 26°C überlegen wir nicht lange und springen direkt in den Pool, mit der passenden Badehose natürlich. Das Becken ist recht klein aber die Erfrischung ist um so größer, und wir sind die Einzigen die eine Abkühlung benötigen. Den Rest des Tages entspannen wir ein wenig und planen die weitere Route, auch der Grill darf am Abend wieder die Heckgarage verlassen.
Tag 9: Der Pizza Automat ruft...
Heute steht wahrscheinlich der anstrengenste Tag bevor, wir haben etwa 400 km Fahrt auf dem Zettel, so langsam müssen wir etwas Gas geben um die nächsten Tage wieder genießen zu können. Bei noch trockenem Wetter starten wir und verlassen uns auf die Google Route. Leider ist das mit dem Wohnmobil nicht immer die beste Wahl, es ist zwar sehr leer, aber die Straßen sind im schlechten bis sehr schlechten Zustand und zusätlich noch sehr eng, trotzdem schaffen es die Einheimischen noch souverän zu überholen, egal ob es passt oder nicht. Das gute Wetter hat sich auch schon lange verabschiedet und von den etwa 6 Stunden Fahrt regnet es fast 5 Stunden, ein Traum!
Bis kurz vor dem Ziel machen wir keine Pause, dann drückt doch die Blase, es gab aber auch wenig Gelegenheiten mal eben so anzuhalten und die Stimmung war durch den etwas angespannten Fahrer auch nicht auf dem Höhepunkt, feinstes Schietwetter, schmale Straßen und breites Auto sind halt nicht die beste Kombination. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir den kleinen Ort Châteauvillain, auch hier gibt es wieder einen Stellplatz aus der Camping Car Park App, sehr neu, sehr gepflegt und mit einem Pizzaautomaten auf der anderen Straßenseite. Vielleicht ist es Zufall, aber so einen Automaten wollten wir schon lange einmal ausprobieren, es gibt sie wirklich an jeder Ecke, jetzt sind wir halt 400 km für eine Automaten Pizza gefahren 😂
Die Pizza war super, aber mit 10€ pro Stück auch kein Schnäppchen, das war uns bei dem Wetter auch egal, Hauptsache unkomplizierte Verpflegung. Gegen Abend hat der Regen dann auch endlich nachgelassen und die Sonne blinzelte noch kurz durch die Wolken.
Tag 10: In die Berge
Heute gibt es nicht viel zu berichten, wir kaufen im Intermarché noch ein paar Kleinigkeiten ein, vorsorglich tanken wir noch schnell voll (1,57€ Diesel) und dann geht es auch schon wieder auf die Landstraße nach Westen, etwa 200 km liegen noch vor uns.
Wir steuern den Campingplatz Wattwiller an, auch ohne Reservierung waren hier noch genügend Plätze frei, auch hier sind die 26€ für eine Nacht angemessen. Der Platz liegt in einem Waldgebiet am Rande der Vogesen und ist Terrassenförmig angelegt, auch die Waschhäuser sind sehr schön in die natürliche Umgebung integriert.
Tag 11: Panorama Blick
Heute wird es für den Fahrer ein wenig anspruchsvoller.....Moment mal.....das war es doch schon die ganze Zeit! 😁
Eine der spektakulärsten Bergstraßen soll die Routes des Crêtes sein, sie führt entlang der Vogesen. Das Wetter ist wieder super, also steht dieser Tour nichts im Wege. Wir fahren die Strecke von Süd nach Nord, das soll angeblich für die Ausblicke nicht so schön sein wie umgekehrt. Insgesamt sind wir von der Tour wenig beeindruckt, die Straße ist gut ausgebaut, man muss aber auf Wanderer und Radfahrer aufpassen. Es gibt zwischendurch immer wieder den einen oder anderen schönen Ausblick, da haben wir aber in Norwegen deutlich schönere Bergstrecken gesehen. Wir halten am beliebtesten Aussichtspunkt, dem Grand Ballon, von hier hat man bei guter Sicht einen tollen Blick bis zu den Alpen, heute konnten wir sie nur erahnen, da es sehr dunstig war.
Unser heutiges Ziel ist Colmar, wieder eine Stadt die sehr beliebt ist, deshalb fahren wir die Route des Crêtes nicht komplett sondern fahren etwa bei der Hälfte nach Colmar weiter. Der Stellplatz den wir uns ausgesucht haben konnte nicht reserviert werden, daher wollten wir einigermassen früh ankommen. Und tatsächlich trudeln wir schon gegen 12:30 Uhr am Yachthafen ein und es sind jede Menge Plätze frei. Die Bedienung des Automaten an der Einfahrt war etwas träge, aber hat problemlos funktioniert. Der Platz liegt etwas ausserhalb der historischen Altstadt, etwa 25 Minuten ist man zu Fuß unterwegs.
Das Thermometer hat die 26°C schon wieder knapp überschritten, also auf gehts zur City Tour! Zum Glück ist es heute nicht ganz so voll in der Stadt, das sieht in der Hauptsaison vermutlich ganz anders aus. So langsam haben wir auch die Öffnungszeiten der Restaurants kapiert, also suchen wir uns als erstes eine Gelegenheit um uns zu Stärken. Was isst man im Elsass? Richtig, Flammkuchen!
Da gibt es keine Diskussionen, der Flammkuchen im Restaurant Les Tanneurs war einfach spitze, wir erkunden weiter die Stadt und die dazu gehörige Markthalle sowie die zahlreichen Insta Fotospots, zum Glück sind wir nicht alleine. Wir finden noch ein kleines Geschäft mit Macarons in dem wir auf Deutsch bedient wurden, die Auswahl war riesig, da mussten wir einfach zugreifen. Der Abschluss des anstrengenden Tages war ein Eis, für insgesamt 4 Kugeln haben wir satte 11€ bezahlt, aber geschmeckt hat es trotzdem.
Gegen 16 Uhr kommen wir völlig durchgeschwitzt am Stellplatz an und relaxen den Rest des Tages, der Sommer ist auf unserer Seite!
Tag 12: Wir brauchen einen Pool!
So langsam müssen wir uns leider von Frankreich verabschieden, der weitere Weg führt uns nach Norden Richtung Luxemburg. Nachdem wir den Stellplatz verlassen haben, gehen wir noch ein letztes Mal in Frankreich shoppen, nein, keine Badehose! Die E.Leclerc Märkte sind einfach Wahnsinn, immer voll, immer groß, immer die beste Auswahl. Wir haben auch heute wieder einige Kilometer vor uns, also fahren wir das erste Mal ein Stückchen französische Autobahn, die Maut zahlen wir noch ganz klassisch am Automaten an der Mautstation, aber auch die automatische Videomaut wird immer weiter ausgebaut, so dass das Konto bald ganz automatisch geleert wird.
Nach etwa 4 Stunden Fahrt landen wir in Luxemburg auf dem Campingplatz Du Barrage Rosport direkt an der deutschen Grenze, nur die Sauer trennt uns von der Heimat. Der Platz ist sehr modern mit einem automatischen Schrankensystem und einer Baustelle, leider genau an unserem Stellplatz. Ziemlich genau neben uns wird gerade der Sportplatz saniert, Bob der Baumeister wäre begeistert gewesen, wir leider nicht so. Aber wir wurden tatsächlich vorgewarnt durch die Homepage und eine kleine Pulle Wein wurde uns als Entschuldigung für den Baulärm auch noch überreicht, der Service war super.
Jetzt aber schnell ab in den Pool, hier schon etwas mehr los, durch einen Feiertag im Süden steht ein langes Wochenende an, da kennen die Nordlichter nichts von....wir waren noch kurz am überlegen hier eine Nacht länger zu bleiben, leider war der Platz kommenden Tag schon ausgebucht, für uns fast nicht vorstellbar, da noch so viele Stellplätze frei waren.
Unser Abendessen genießen wir direkt im Restaurant am Platz, sehr chillig und etwas höher gelegen mit direktem Blick auf die Sauer lassen wir den Tag ausklingen, das Essen war traumhaft, der Preis wieder sehr gehoben, wir sind halt nicht mehr in Frankreich....
Tag 13: Zurück in Holland
Der Sommer ist da und die Nacht war ganz schön warm, und ziemlich pünktlich um 7 Uhr wurde auf dem Sportplatz weiter gearbeitet, trotzdem genießen wir das Frühstück und ignorieren die Bauarbeiten, irgendwann muss es ja schließlich gemacht werden. So langsam wird uns auch bewusst dass der Urlaub sich so langsam dem Ende nähert. Wir geben uns größte Mühe so lange wie möglich im Ausland unterwegs zu sein, so fahren wir von Luxemburg kurz duch Deutschland um schließlich wieder auf einem Campingplatz in Holland zu landen. Mittlerweile ist es auch gar nicht so schlimm dass wir nicht länger in Luxemburg bleiben konnten, das hätte die Rückfahrt doch um einiges verlängert.
Etwa 3 Stunden fahren wir zum Campingplatz Klein Canada in den Niederlanden, und schon zahlen wir den Höchstbetrag in diesem Urlaub, mit 45€ für eine Nacht sind wir dabei....wie schön war es doch in Frankreich.
Wir haben einen Platz am Wasser gebucht, na ja, das Wasser ist da, es ist grün, und es bewegt sich nicht....aber immerhin schwimmen noch ein paar Enten auf der Brühe, so schlimm kann es also nicht sein. Den Pool sehen wir uns noch von aussen an, dann gehen wir noch shoppen im Platzeigenen Supermarkt, soll heissen einem SB Markt mit einer kleinen Auswahl der nötigsten Lebensmittel, bezahlt wird digital über ein Terminal. Viel mehr passiert heute nicht, der Grill wird noch angeworfen und wir überlegen was wir von dem kleinen Campingmarkt Obelink gebrauchen können.....
Tag 14: Rückweg mit kurzer Unterbrechung
Wir treten die Rückreise an, mit einem kurzen, vielleicht auch etwas längeren Stopp bei Obelink, wenn man schon mal in der Nähe ist 😊
Frei nach dem Motto: Nur mal gucken, wir brauchen ja nichts, schieben wir nach 2,5 Stunden einen gut gefüllten Einkaufswagen zurück zum Mobil, über die Ausgaben möchte ich lieber nicht sprechen 😇
Damit ist der Urlaub tatsächlich vorbei, wir düsen nur noch über einige Autobahnen nach Hause und kommen dort gegen 18:30 Uhr an, etwas müde aber mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck....
